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Das Geinsheimer Wort zum Sonntag

Wüstenerfahrung
Gedanken zum Sonntag Judika (29.03.2020)

Liebe Gemeinde!
Durchhalten – sagt die Kanzlerin. Durchhalten – sagen auch die Fachleute, alles andere wäre fatal. Durchhalten – aber wie und vor allem wie lange?

Schon seit ein paar Tagen wird diskutiert, wie lange wir uns wirtschaftlich den jetzigen Stillstand des öffentlichen Lebens leisten können. Die Frage ist berechtigt, nimmt sie doch die Sorgen und Nöte der Angestellten und Selbstständigen auf, die um ihre Zukunft bangen.

Die Frage ist gut und wichtig, aber wer will und wer kann sie beantworten? Es ist letztlich das Virus, das uns in unserer momentanen Situation das Leben diktiert, nicht die Politik, nicht die Mediziner und Wissenschaftler. Es dürfte noch einige Zeit dauern, bis wir das Virus in die Schranken weisen können.

So bleibt uns zur Zeit nur Abstand zu halten, um Ansteckungswege zu unterbinden. Mehr, aber auch nicht weniger, können wir tun. Für uns alle ist das eine neue Erfahrung, auf die wir nicht vorbereitet sind. Eine wahre Wüstenerfahrung, und eine wüste Erfahrung dazu!

Blicken wir zurück: Schon einmal war das Volk Israel unterwegs, mitten durch die Wüste, auf dem Weg in die Freiheit. Mose hatte sein Volk aus der Sklaverei in Ägypten befreit, doch der Weg dahin sollte alles andere als einfach sein. Es galt, eine Wüste zu durchqueren, mit allen Gefahren, die damit verbunden waren.

Wüste – das bedeutete Entbehrung, Strapaze, Sorge und Angst. Je länger der Weg, umso beschwerlicher wurde er, und umso mehr kamen Zweifel darüber auf, ob man das Ziel je erreichen würde. Die einzige Antwort, die Mose darauf wusste, hieß: Durchhalten.

Vertraut Gott, denn er ist es, der euch durch diese Wüste führt, er wird euch nicht im Stich lassen. Seht die Zeichen am Himmel, die Wolkensäule am Tag und die Feuersäule bei Nacht. Seht die Zeichen und vertraut! Und tatsächlich: Am Ende konnte das Volk Israel die Wüstenzeit hinter sich lassen.

Auch ich sehe viele Zeichen der Hoffnung. Menschen lernen, mit Abstand anderen Menschen nahe zu sein. Andere geben alles, um zu helfen, zu retten, oder uns mit dem Lebensnotwendigen zu versorgen. Nicht alles gelingt, aber vieles eben doch. Wir lernen, mit der Wüste zu leben!

Wie lange noch? Das fragten sich die Menschen zur Zeit Mose, das fragen wir uns auch. Die zur Zeit einzige Antwort liegt auf der Hand: Haltet durch, vertraut auf Gott, auf eure Ideen und auf eure Zukunft

Eigentlich doch ganz einfach, und dennoch nicht leicht zu verstehen oder gar umzusetzen. Denn auch Geduld und Vertrauen wollen gelernt sein. Jeden Tag, immer wieder neu.

Ich wünsche Ihnen und Euch weiterhin viel Kraft für die kommende Woche.

Gottes Segen wünscht

Markus Paul Gärtner, Pfarrer
Wenn Sie Fragen zur Andacht haben oder mit uns über Gott reden wollen, rufen Sie uns an:
Pfarrer Markus Paul Gärtner, Tel 2155
Kirchenvorsteherin Ulrike Gaulrapp-Schroth, Tel 3822
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